Heute ist ein sehr schöner Tag und die Sonne kitzelt mich an der Nase, während sie durch mein Fenster scheint.
Draußen bewegen sich die Blätter des Baumes sanft im Wind und erinnern mich daran, dass ich schon lange nicht mehr in meinem Lieblings-Wald war. Und nachdem noch Zeit ist, mache ich mich auf zu meinem Wald.
Dort kann ich immer so wundervoll Kraft tanken und die Ruhe in mir finden.

Ich laufe wie fast immer meinen üblichen Weg. Da bemerke ich aus den Augenwinkeln eine Bewegung seitlich hinter den Bäumen.

Ich gehe immer sehr achtsam und langsam durch den Wald und schaue genauer hin.
Ich kann es nicht genau erkennen, etwas versteckt sich ein bisschen hinter einem Baum.
Eine pelzige Schwanzspitze lugt hinter der rissigen Borke des Stammes hervor.

Oh, eine Katze?!

Und alles in mir beginnt zu kribbeln und zu pulsieren.
Hatte ich sie doch schon gesehen, neulich. Auf meiner Krafttierkarte.
Verblüfft betrachte ich dieses Wesen oder zumindest das was ich von ihr sehe..
Seit langem trage ich den Wunsch in mir eine Katze in meinem Leben zu haben. Ich bleibe einfach stehen und beobachte weiter.
Ihre Schwanzspitze bewegt sich sachte hin und her. Es ist ein Zeichen dafür, dass sie aufgeregt zu sein scheint.

An der Schwanzspitze hinter dem Baum sehe ich, wie sie sich erhebt und ganz langsam und gemächlich um den Baum herum kommt. Sie reibt ihren Kopf nach Katzenart an der Borke des Baumes. Sie sieht weder erschreckt noch besonders furchtsam aus.
Ihr Blick wandert zu mir und sie sieht mich sehr intensiv an. Neben dem Baum setzt sie sich auf ihre Hinterpfoten und wartet ebenso wie ich.
Nur auf was?

Ich wende den Blick kurz ab, denn ich weiß, dass sich Katzen oft bedroht fühlen, wenn man sie anstarrt. Doch mein Blick kann nicht von ihr lassen.
Sie legt den Kopf ein bisschen schräg und sieht mich weiter unverwandt an. So als ob sie auf mich wartet. Langsam und sehr achtsam verlasse ich den Weg und begebe mich zu dem Baum.
Im Näherkommen sehe ich, dass es ein Nussbaum ist und er ist mir hier noch nie aufgefallen, obwohl ich schon viele Male an ihm vorbei gelaufen sein muss.
Am Baum angekommen wird das Bitzeln immer stärker.


Die Katze.

wartet.

beim Nussbaum.

Ein bisschen unheimlich ist es mir ja schon… und ich spüre, dass hier etwas ganz besonderes geschieht.

Im keltischen Jahreskreis bin ich in der Zeit des Nussbaums geboren:
Ist das alles nur Zufall?
Zuerst die Katze, die ich mir als Krafttier erst neulich begegnet ist und nun auch noch mein Geburtsbaum?

Gänsehaut, alle Haare stellen sich auf und wie elektrisiert nehme ich all das, was so unwirklich sich anfühlt, wahr.
Langsam nähere ich mich ihr weiter und sie bleibt einfach nur ruhig sitzen und beobachtet.
Die Blätter rascheln leise und die Sonnenstrahlen zeichnen ein wunderschönes Muster auf dem Boden vor mir.

Da sehe ich ihn!
Ist das wirklich wahr?
Träume ich?

„Du solltest wirklich endlich diese Augentropfen nehmen…“ plappert mein Verstand und kommentiert dieses ungewöhnliche Lichtspiel.

Auf dem Boden vor mir zeichnet die Sonne für mich einen schimmernden Pfad und ich schiebe das Plappern mal innerlich weg.

Was ist das?
Dieser Pfad führt mich tiefer in den Wald, wenn ich ihn beschreiten würde.
Schon früher bin ich immer abseits der Wege gegangen und habe achtsam die Energien der Bäume gespürt und auch Kraft getankt. Und die Entscheidung ist gefallen, da gibt es etwas sehr wichtiges für mich. Wie in Trance setze ich meinen linken Fuß auf den schimmernden Pfad vor mir. Aufgeregt bebt alles irgendwie in mir und mich herum.

Die Katze erhebt sich ruhig und wirft einen Blick über ihre Schulter zu mir. Ihr Schwanz ist hoch aufgerichtet und das Fell wunderschön gezeichnet mit einem getigerten Muster aus weiß, grau und braun.
Es ist, als ob sie sich vergewissern möchte, dass ich mit ihr gehe.

Ich schaue über den Himmel über mir. Die Zweige des Nussbaums winken mir zu, das Licht hat eine ganz besondere Nuance von geheimnisvollen Strahlen. Ich blicke wieder nach unten und die Katze wartet auf mich.
Es ist, als ob sie mich mit Ihrem Blick fragt:
„Wie lange willst jetzt noch da rumstehen? Komm endlich!“

So gehe ich den Weg entlang und folge ihr. Die Katze führt mich in diesen zauberhaften Wald. Immer wieder bleibt sie auf ihrem Weg stehen und sieht nach mir, ob ich auch wirklich mitgehe.
Und so gehen wir verborgene Pfade, vorbei an vielen Bäumen und ihre Geist-Wesen im Inneren lächeln milde und begrüßen mich.
Es ist wie ein Raunen von „Endlich kommt sie“

Ich bin mir immer noch nicht sicher, was ich hier genau erlebe. Ich folge einer Katze, durch einen geheimnisvollen Wald, auf einem schimmernden Pfad, der sich vor mir abzeichnet?
Träume ich?
Sind meine Tassen alle noch im Schrank?


Nun denn, ich lasse mich weiter führen und verbiete meinem Verstand das kommentierende Plappern. Denn ja, es fühlt sich alles so wirklich und ungeheuer stimmig für mich an.
Mein Herz klopft aufgeregt…

Langsam lichtet sich der Wald und ich betrete eine wunderschöne Parkanlage. Ja, es ist ein Park aber nicht im herkömmlichen Sinne. Wilde Blumen und Kräuter, sowie blühende Sträucher gestalten die Landschaft. Ein geschwungener Weg führt vorbei an einladenden Holzbänken und schattenspendenden Nussbäumen. Schon wieder Nussbäume? Ich nehme es zur Kenntnis und so gehe ich weiter den Weg mit der Katze.

Und da sehe ich ihn!
Schön und einladend , ja richtig heimelig liegt er vor mir in der Nachtmittags-Sonne.
Der schimmernde Pfad führt mich direkt auf ihn zu.

Ich bleibe stehen, wie kann das sein?
„Ich war schon oft in diesem Wald und habe diesen Park noch nie gesehen und außerdem was ist das für ein Gebäude dort hinten?“ protestiert mein misstrauischer Verstand.

Die Katze bleibt ebenfalls stehen und sieht mich wieder intensiv an.
„Und ja, dort hinten dieses Gebäude – es ist der Palast der Möglichkeiten.“

Diese Antwort erscheint einfach so in meinem Kopf oder eher im Ohr. Es ist ein bisschen ein beiläufiger Tonfall, wie ich ihn der Katze zuordnen würde, wenn sie denn sprechen könnte. Woher kommt diese Information? Und ich höre wieder, wie eine leise Stimme mir zuflüstert: „von mir“

Die Katze blinzelt mich an und fast sieht es so aus als würde sie lächeln. Nachdem ich immer noch total geflasht auf dem Weg herumstehe kommt sie zu mir her. Sie schmiegt sich um meine Beine und maunzt mich an. Von hinten drückt sie gegen meine Waden und ich verstehe.
„Geh weiter“ heißt diese Geste von ihr.

So setze ich meine Schritte achtsam und mein Blick schweift über diesen wunderschönen Park mit seiner blühenden Pracht und diesen wundervollen Nussbäumen. Der Pfad vor mir schimmert weiter und irgendwann stehe ich vor dem Gebäude.

Eine wunderschöne Holz-Treppe führt ein paar Stufen hinauf. Das Geländer ist wie durch Zauberhand natürlich gewachsen und schmiegt sich warm in meine Hand.
Schöne Holzfenster mit Blumenkästen und blühenden Blumen zieren die Fenster.
Eine schattenspendende Veranda zieht sich um die Vorderseite des Hauses und einige gemütliche Schaukelsessel laden zum Verweilen ein. Ein Hauch von frischgebackenem Apfelkuchen liegt in der Luft.

Eine sehr schöne und alte Holztür zeigt mir den Eingang und die Tür ist leicht angelehnt.
Auch wenn nicht jeder dieses Haus als Palast bezeichnen möchte, denn es hat seinen ganz eigenen Charme, so weiß ich doch innerlich felsenfest, hier wartet etwas ganz wundervolles auf mich.

Ich beginne die Treppen hinauf zu gehen und mich der Tür zu nähern. Ich sehe mich um, ob ich jemanden sehe, den ich fragen kann, ob ich dieses wundersame Haus betreten darf.

Doch niemand ist da.
Nur die Katze und ich stehen vor der Tür.
Und wie Katzen nun mal sind, neugierig, forsch und frech und ohne Angst. Sie geht einfach auf die Tür zu und drückt sie mit ihrem Kopf auf und verschwindet ganz selbstverständlich in diesem geheimnisvollen Haus. So, als wäre sie hier zu Hause.
Ich sehe mich noch einmal unsicher um, bevor ich ihr in das Innere folgen will.

Die Türe schwingt leicht und gut geölt und das Holz der Türe fühlt sich ganz wunderbar warm an. Zeichen und Runen sind liebevoll per Hand ins Holz eingeschnitzt. Was ist das? Gleichzeitig fremd und doch vertraut schimmern die Runen im Licht.

Kurz plappert der Verstand wieder los und meint:
„Du kannst doch nicht einfach in fremde Häuser gehen! Das darf man doch nicht machen!“ Und ich gebiete ihm wiederholt Einhalt.

Die Runen und Symbole leuchten ganz leicht und alles vibriert und bitzelt in mir.

Mir kommt es vor, es würde alles in mir zu Raunen beginnen und ich lausche dem inneren Summen.

„Es ist dein Palast, tritt ein,
DU bringst das Licht hinein.

Du warst schon lange nicht mehr hier
und wir, wir sind nur die Wächter an der Tür.

Du trägst den Schlüssel bereits in deinem Herzen
und wir entzünden für Dich jetzt die Zauberkerzen.

Mit dem Schritt über die Schwelle
kommst Du in dein Herz und es trägt Dich wie eine Welle.

Vertraue, ALLES steht Dir offen
und Du brauchst nicht mehr zu hoffen.

Tritt ein
und bring das Licht hinein.

Alle Wunder glitzern bunt und hell.
warte nicht länger, komm endlich, schnell.

Du kannst sie holen in dein Leben,
denn viele Möglichkeiten sind Dir gegeben.“

Total geflasht von dieser magischen Kommunikation mit der Tür stehe ich einen Moment an der Schwelle der Tür.

Mein Verstand meldet sich vehement zu Wort:
„Du spinnst! Redest mit dir Selbst und der Tür und der Katze! Was tust Du hier überhaupt?“
Mein Herz: „Halt endlich die Klappe!“

Es ist so eine innere Erkenntnis, die so ganz klar in mir ist.
Und langsam und andächtig setzte ich meinen ersten Schritt über die Schwelle und mein Verstand verstummt…

Bist auch Du neugierig, was sich hinter der Palast-Tür verbirgt?
Dann komm mit und sei dabei beim Webinar Palast der Möglichkeiten


Story – Copyright Sabine Makkos / Oktober 2019
Bilder Pixaby

sabine Allgemein

2 Replies

  1. Ich sitze mit einer Tasse Tee auf dem Sofa im Wohnzimmer
    Neben mir lodert das Feuer im Specksteinofen und sorgt für eine wohlige Wärme. Eine schöne Atmosphäre
    Ich lese deine Geschichte und gehe in Gedanken diesen Weg mit dir mit.
    Heiße Tränen laufen mir plötzlich über die Wangen. Mir ist jedoch nicht schwer ums uns Herz
    Was da gerade mit mir passiert kann ich nicht richtig deuten.
    Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht und was ich eventuell über mich erfahre ♡

  2. wow…wie mitreißend liebe Sabine, als würde ich den Weg mit Dir zusammen beschritten haben!!!

    ich bin mehr als gespannt, was sich im Palast der Möglichkeiten verbirgt und freue mich schon die ganze Zeit auf heute Abend 🙂

    danke, dass Du mir diese Möglichkeit bietest und ich dabei sein darf und allein das Krafttier hat schon genau das ausgedrückt, was mich bewegt….

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